Corporate Blogging und die Gefahr wenn es bei Content nur noch um Geld geht

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Corporate Blogging – ein Begriff, welcher ziemlich präsent im Netz ist, viele aber gar nicht wissen, was sich dahinter versteckt, und welche Gefahren dort für die Leser und Konsumenten lauern.

Ein Corporate Blog ist im Großen und Ganzen eigentlich nur ein Blog von einem Unternehmen, was alles in diesem Corporate Blog steht, ist dann aber noch nicht gesagt. Ebenso kann ein Corporate Blog eine klare Kennzeichnung haben, sodass man sieht, welches Unternehmen hinter dem Blog steht, es kann aber auch sein, dass die Hinweise auf das Unternehmen sehr wage und versteckt sind – wo dann eben die Gefahren für die Verbraucher lauern.

Von Content-Nutten und dem digitalen Straßenstrich

Erklärung an Corporate Blog Beispielen

Screenshot © blog.daimler.com

Für Daimler schreiben einige Redakteure unter der Domäne blog.daimler.com. Hier erkennt man sofort und mit eindeutiger Kennzeichnung, dass man sich in einem Projekt von Daimler befindet. Hier finden sich neben Firmennews aber auch Blicke über den Tellerrand, wie zum Beispiel zu Google oder zu Amazon Echo. Teilweise zwar auch hier gekoppelt mit Firmen-Infos, aber man erkennt immer die Ausrichtung der Artikel. Auch Artikel über andere Autobauer findet man hier gelegentlich.

Screenshot © featured Vodafone

Auf dem Featured Magazin von Vodafone, erreichbar unter vodafone.de/featured, schreiben Redakteure zu allgemeinen Technik-Themen. Im Header prangt, gut sichtbar, das Vodafone Logo, sodass man auch hier weiß, mit wem man es zu tun hat. Gelegentlich findet man hier auch Wissenswertes zu Vodafone. Über andere Provider schreibt man hier nicht.

Screenshot © Two for fashion
Screenshot © updated.de

Im Two for Fashion Blog von Otto findet man viele Artikel zu den Themen Beauty und Fashion. Unter otto.com/twoforfashion ist es zwar etwas schwerer zu erkennen, dass es sich um einen Otto Blog handelt, dennoch gibt es im Header ein kleines Logo vom Versandhaus. In vielen Artikeln geht es um Produkte von Otto und um den Verkauf dieser Produkte. Im Technikmagazin Updated, welches ebenfalls von Otto betrieben wird, gibt es dann allerdings nur noch im Impressum den Hinweis, dass es sich um eine Seite von Otto handelt. Unter updated.de findet man allerhand Technik-Artikel zu aktuellen Themen, sowie auch Ratgeber. Unter den Artikeln ist ein kleiner Hinweis, dass Otto keine Gewähr auf die Inhalte in den Artikeln gibt. Ausgehende Produktlinks zu Otto sind hier auch nicht gekennzeichnet.

Screenshot © Curved.de

Das bekannte Tech-Magazin Curved wurde einst noch von E-Plus Gegründet und gehört nun mit zu der Telefonica, beziehungsweise ist “Eine Initiative von Telefónica“, wie es so schön im Footer betitelt wird. Weitere Hinweise zur Zugehörigkeit zur Telefonica findet man weiter nur im Impressum. Zu Curved gab es schon viele Diskussionen, da es hier den Anschein hatte, dass E-Plus versucht zu verschleiern, dass man der Geldgeber von Curved ist. In jedem Artikel gibt es diverse Werbenanner, welcher nur zu Angeboten der Telefonica weiterleiten. Ein Hinweis, dass dies eine eigene Seite ist, welche da beworben wird, fehlt natürlich. Und vor einigen Tagen wurde dann auch ein “Advertorial” veröffentlicht, welches einen O2 Tarif bewirbt. Punkt 1: Auf der CeBit 2015 sagte Matthias Schrader, welcher der Chef hinter der Firma SinnesSchrader Content GmbH ist, man würde nicht über Tarife schreiben, was nun, 2 Jahre später, also wohl nicht mehr zählt.

Übrigens: Wen es interessiert, dem empfehle ich mal sehr die Unterhaltung von Sascha Pallenberg und Matthias Schrader auf der CeBit 2015 im Rahmen von Rock the Blog auf YouTube

Die Gefahr

Eigentlich sind Corporate Blogs keine Gefahr – zumindest nicht, wenn die Betreiber der Seite ehrlich sind, und offen heraus sagen, wer sie sind und wer genau dahinter steckt. Dies klappt bei TurnOn oder auch dem Daimler Blog natürlich sehr gut – wenn wir aber auf Curved oder Updated schauen, dann geht von diesen Seiten eine gewisse Gefahr aus.

Bei Updated verlinkt man eigentlich nur Produkte aus dem Otto Shop. Kein Problem, macht TurnOn ja auch so – aber bei TurnOn steht ganz oben drüber, dass es sich um “Das Saturn Magazin” handelt – inklusive Saturn Logo. Bei Updated steht das in klein unter den Artikeln und halt im Impressum.

Screenshot © Curved.de

Curved hat im Footer und im Impressum den Hinweis, dass es sich um eine “Initiative von Telefonica” handelt. Wenn denn der normal-Surfer am Footer ankommt, stellt er sich die Frage: “Eine Initiative? Also irgendwas Sponsor mäßiges?” Dass es sich um einen reinen Telefonica Blog handelt, steht aber nirgends. Werbebanner linken sehr toll auf Angebote von o2, BASE oder blau.de, “Advertorials” sind auch immer schön zu Themen aus der Welt von Telefonica.

Ich schreibe daher “Advertorials“, da es komisch ist, dass man solche bezahlten Artikel kennzeichnen muss, in einem Blog, der ja eigentlich nur von Telefonica bezahlt wird. Muss also sogar Telefonica in seinem eigenen Blog noch für Werbung extra Geld springen lassen? Oder macht man dies nur, um den Anschein zu wahren, es würde sich um einen normalen Blog handeln?

Zweiter Punkt der Gefahr ist ganz klar der schwindende Mehrwert für den Nutzer. Wenn man einen einzigen Geldgeber hat, dann läuft man schnell Gefahr, seine Beiträge so zu schreiben, dass der Geldgeber zufrieden ist. Und ein Mobilfunkprovider ist glücklich, wenn er viele Abschlüsse bekommt. Ein “normaler” Blogger hat hier und da mal einen Beitrag, der von jemandem bezahlt wird. Sonst finanziert man sich über Google Adsense Banner oder Affiliate-Links. Der Clou hier ist, dass man versucht eine möglichst große Breite zu erzielen, um so möglichst viele Leser anzusprechen. Beispiel: Man fixiert sich nicht auf Angebote im Vodafone Netz, sondern berichtet auch über das Telekom oder o2 Netz. Und wenn diese Freiheit fehlt, wird der Leser schnell mit nur einem einzigen Anbieter befeuert, was eigentlich eine der miesesten Maschen und vielleicht auch etwas Täuschung ist.

Kann man sich als Leser schützen?

Bei vielen Problemen und Gefahren ist natürlich immer die Frage, wie man sich als Consument und Leser schützen kann. Aber in diesem Fall ist man leider den Methoden dieser Publisher ausgeliefert. Bekannte Seiten wie Curved oder Updated wurden sind vielen bekannt und man weiß wer dahinter steckt, dennoch gibt es sicherlich noch so den einen oder anderen Blog da draußen, welcher nicht auf seinen eigenetlichen Geldgeber hinweist. Jeder, der einen eigenen Blog betreibt, kennt solche Anfragen zu bezahlten Artikeln, wo bloß nicht darauf hingewiesen werden darf, dass es sich um einen bezahlten Artikel handelt.

Was ist aber eure Meinung zu solchen Blogs, beziehungsweise Websites?

Und jetzt noch mal Lesestoff zu dem Thema:

Henning-Uhle.eu – Gesichtspalme #29 – Will Blog For Money

mobilenote.de – Rock the Blog: Schrader vs. Pallenberg

mobilegeeks.de – Curved, E-Plus und warum Geldgeber ungern genannt werden wollen

Diskussion auf Facebook Dezember 2014

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